GesundheitspolitikGesundheitspolitik

Gesundheitspolitik

Im Behandlungsstuhl sehe ich das Symptom. Als Gesundheitspolitiker das System, das es hervorbringt. Hier schreibe ich darüber, wie man die beiden einander näherbringt.

Ich absolvierte einen Master in Gesundheitsmanagement an der Semmelweis-Universität; mein Fachgebiet ist die zahnmedizinische Finanzierung, darüber schrieb ich auch meine Masterarbeit. In mehreren Arbeitsgruppen habe ich an Fragen der zahnmedizinischen Finanzierung gearbeitet.

In der Magyar Orvosi Kamara bin ich regionaler und nationaler Delegierter sowie Funktionsträger der Landesaufsichtskommission. Ich war an der Gründung der Gruppe „Neuplanung“ (2019) beteiligt. Als Mitglied des Gesundheitsausschusses der Stadt Szombathely vertrete ich die Interessen der örtlichen zahnärztlichen Grundversorgung.

2026 habe ich auf Bitte von Staatssekretärin Dr. Krisztina Porpáczy die Aufgabe des landesweiten kollegialen fachlichen Leiters für Zahnmedizin übernommen. Die Lage duldet keinen weiteren Aufschub: Der Zustand der Mundgesundheit der Ungarn ist auch im europäischen Vergleich ernüchternd, die derzeitige Finanzierung deckt vielfach nicht einmal die direkten Materialkosten der Behandlungen, mehr als 250 Praxen sind unbesetzt, und mehr als siebenhunderttausend Menschen haben keinen festen Hauszahnarzt — besonders drängend ist die Lage der Kinder- und Schulzahnpflege, und der landesweite zahnärztliche Bereitschaftsdienst stockt in mehreren Komitaten. Mein Vorgänger, Dr. Róbert Gszelmann, hat diese Aufgabe als Erster wahrgenommen; ihm ist es zu verdanken, dass die zahnärztliche Grundversorgung eine direkte Vertretung in der Entscheidungsfindung erhielt. Die begonnene Arbeit setze ich fort — mit der festen Absicht, der zahnärztlichen Interessenvertretung noch mehr Gewicht zu geben. Dafür bitte ich alle zahnärztlichen Kolleginnen und Kollegen um Unterstützung und aktive Mitwirkung.

Gutes Gesundheitswesen handelt nicht von heroischen Eingriffen — sondern davon, dass man sie nicht braucht.